Datenschutz ist kein „Add-on“: Warum wir die DSGVO von Anfang an mitdenken müssen

08. Januar 2026

Hand aufs Herz: Wenn das Stichwort „DSGVO“ (Datenschutz-Grundverordnung) fällt, rollen die meisten Unternehmer erst einmal mit den Augen. Es klingt nach Bürokratie, Formularen und Einschränkungen. Doch im Webdesign ist Datenschutz keine lästige Zutat, die man am Ende noch schnell über die Website streut wie Puderzucker auf einen Kuchen.

Datenschutz ist das Fundament. 
Wenn wir heute eine Website planen, müssen wir uns von Minute 1 an Gedanken darüber machen, welche Daten fließen und wohin sie gehen. Warum das so ist und warum die beliebtesten Tools oft die größten Stolperfallen sind, erkläre ich Ihnen hier.

Die Gretchenfrage: Welche Tools brauchen wir wirklich?
Früher war es einfach: Man wollte eine Karte? Zack, Google Maps rein. Man wollte Videos? Zack, YouTube eingebettet. Man wollte wissen, wer die Seite besucht? Google Analytics drauf.

Heute müssen wir bei jedem dieser Tools innehalten und uns fragen: Was passiert hier eigentlich im Hintergrund? Jedes Mal, wenn wir ein externes Tool (ein sogenanntes „Drittanbieter-Tool“) in Ihre Website einbinden, öffnet sich technisch gesehen ein kleiner Tunnel zu den Servern dieses Anbieters – oft in die USA. 
Durch diesen Tunnel fließen Daten Ihrer Website-Besucher. 

Die unsichtbare Falle
Das Beispiel Google Maps: Nehmen wir den Klassiker: Die Anfahrtskarte. Es ist extrem praktisch für Ihre Kunden, direkt auf der Website zu sehen, wo Ihr Unternehmen liegt. Doch technisch passiert Folgendes: Sobald ein Besucher Ihre Kontaktseite öffnet, wird die Karte von den Google-Servern geladen. Damit das funktioniert, muss der Browser des Besuchers seine IP-Adresse an Google übermitteln. 

Das Problem: Die IP-Adresse gilt laut DSGVO als personenbezogenes Datum. 
Die Falle: Wenn die Karte einfach so lädt, ohne dass der Besucher vorher „Ja“ gesagt hat, haben Sie personenbezogene Daten an Dritte (Google) weitergegeben – ohne Einwilligung. Das ist ein klassischer Abmahn-Grund.

Das Gleiche gilt für YouTube-Videos, bestimmte Schriftarten (Google Fonts, wenn sie nicht lokal gespeichert sind) oder Tracking-Tools. 

Warum der Consent-Banner (Cookie-Banner) kein nerviges Extra ist?
Genau hier kommt der berühmt-berüchtigte „Cookie-Banner“ ins Spiel – oder fachlich korrekt: das Consent-Management-Tool. Viele Kunden fragen mich: „Brauchen wir das wirklich? Das nervt doch nur.“ Wenn Sie genannte Dienste einbinden möchten, dann ist die Antwort ist immer: Ja. Daher ist die Frage, ob Ihre Website nicht auch auf die externen Angebote verzichten kann und Sie somit keine Daten erheben?

Der Cookie-Banner ist wie ein digitaler Pförtner. Er hält alle externen Verbindungen (zu Google, Facebook & Co.) so lange zurück, bis der Besucher aktiv auf „Akzeptieren“ klickt. Erst dann darf die Karte laden, erst dann darf das Video abspielen.Ohne diesen Banner würden Daten fließen, bevor der Besucher überhaupt weiß, was passiert. Und genau das ist nach aktueller Rechtslage verboten.

Datenschutz als Vertrauenswährung
Natürlich geht es bei der DSGVO auch darum, teure Abmahnungen zu vermeiden. Aber es geht noch um etwas Wichtigeres: 
Vertrauen.Ihre Kunden sind heute sensibler denn je, was ihre Daten angeht. Eine Website, die:

– Transparent erklärt, was sie tut,
– Nur die nötigsten Daten sammelt,
– Und technisch sauber (z.B. mit SSL-Verschlüsselung) arbeitet,

... signalisiert Professionalität. 

Wer schlampig mit Daten umgeht, geht vielleicht auch schlampig mit Kundenaufträgen um – so zumindest der unbewusste Eindruck.

Mein Fazit 
Wenn wir Ihr Projekt starten, werde ich Sie frühzeitig fragen: „Welche Funktionen brauchen wir wirklich?“ Oft gibt es datenschutzfreundliche Alternativen. Statt einer interaktiven Google-Karte reicht vielleicht ein schick gestaltetes statisches Bild mit einem Link zur Navigation. Statt Google Analytics reicht vielleicht ein einfacheres Tool, das keine persönlichen Daten speichert.

Wichtiger Hinweis: Ich bin Webdesigner und technischer Umsetzer, kein Anwalt. Ich sorge dafür, dass Ihre Seite technisch so gebaut ist, dass sie den Datenschutzstandards entspricht (z.B. durch datenschutzkonforme Einbindung von Karten oder Bannern). Für die rechtssichere Erstellung der Texte (Impressum & Datenschutzerklärung) empfehle ich jedoch immer, spezialisierte Anwälte oder Generatoren von eRecht24 oder IT-Recht Kanzlei hinzuzuziehen.

Lassen Sie uns Ihre Website nicht nur schön, sondern auch sicher machen. Ihre Kunden werden es Ihnen danken.

Peter Körner
Ihr Partner für starke Konzepte & kreative Lösungen

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